Dagmar Schuller von audEERING im Speakerinterview

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So kurz vor der AI haben wir es geschafft, auch unsere Sprecherin Dagmar Schuller, CEO von audEERING, zu interviewen. Wir freuen uns auf einen spannenden Vortrag, denn Dagmar hatte uns verraten wie die Ursprungsidee für audEERING entstanden ist – die Inspiration dafür lieferte die Serie Knight Rider aus den 80ern – ein Auto, welches sogar unsere Gefühle erkennt und darauf eingeht.

Hier das Interview:

Mit welchen Erwartungen kommen Sie zur AI Masters?

Ich erwarte mir von den AI Masters einen Überblick zu Trends und Themen, die es ermöglichen, insbesondere in der Medien und Marketingwelt disruptive Strategien und Produkte zu forcieren.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für Unternehmen in Bezug auf KI?

  1. Mut zur Veränderung. Dieser fehlt sehr oft. Viele Unternehmen versuchen, mit KI bestehende Prozesse zu optimieren, was gut ist. Allerdings sehen viele gar nicht die Möglichkeit, dadurch ihre Industrie oder ihre Branche komplett neu aufzurollen mit neuen Produkten und Möglichkeiten, die gegebenenfalls gar nichts mit der bestehenden Produktpalette zu tun haben. Unternehmen sollten sich trauen, über den bisherigen Tellerrand hinauszuschauen und sich nicht der Möglichkeit berauben, sich (teilweise) neu zu definieren.
  2. Ethik und Rahmenbedingungen. Die Angst vor „richtigen“ oder „falschen“ Entscheidungen ist groß, wenn man sie nicht immer nachvollziehen kann. Insbesondere im Bereich empathischer Maschinen oder Freigabe von Daten ist die Skepsis nach wie vor enorm. Wirklich wichtig ist hier Transparenz und klare Kommunikation sowie ein funktionierendes Modell der Abwägung. Kommunikation und Grad der Individualisierung. Richtiger Umgang mit dem Einsatz von KI macht eine gute Kommunikation unumgänglich. Der Nutzer sollte immer die Entscheidung haben, wie viel er/sie von sich preisgibt für individualisierte Leistungen, und dieses Niveau wird stark unterschiedlich sein. Diese unterschiedlichen Anpassungen müssen feingranuliert wahrgenommen werden können und auch ebenso individualisiert machbar sein.

Haben Sie schon einmal ein Schlüsselerlebnis mit KI gehabt?

Ja. Ich war sehr erstaunt, als wir politische Debatten nicht nach dem Inhalt, sondern nach den Emotionen und der Aktivierung/Positivierung untersucht haben und das mit dem tatsächlichen Wahlergebnis übereingestimmt hat. Beispielsweise hatten wir bei einer Debatte Clinton vs Trump, wo Clinton in den Umfragen noch vorne lag, sehr klar aus der Akustik zeigen können, dass die sogenannte „Agreeableness“ von Trump in der Stimme deutlich höher lag als bei Clinton. Ähnliche Analysen haben wir auch hierzulande durchgeführt und bei der Nationalratswahl in Österreich. In allen Fällen hat die positivere Darstellung der Emotion den Wahlsieger hervorgebracht. Es ist vieles, was unterbewusst ausgelöst wird, je nachdem wie man spricht, was einen erheblichen Einfluss darauf hat, wie das Gegenüber reagiert.

Was macht audEERING? Wie kam es zur Gründung von audEERING?

audEERING wurde 2012 als Spin-off der Technischen Universität München gegründet und ist Pionier und Trendsetter im Bereich intelligenter Audioanalyse und Affective Computing. audEERING setzt seine fast 20 jährige wissenschaftlich fundierte Erfahrung im Bereich Machine Learning & Deep Learning ein, um insbesondere unterschiedliche Aspekte von Audio, Akustik und Sound zu erkennen, zu analysieren und so eine Entscheidungsgrundlage für KI zu liefern. Weltweit renommiert ist audEERING für den Bereich der Emotionserkennung aus dem Audiosignal, sowie für Acoustic Scene Analysis und Anwendungsbereiche der Stimmen- und Sprachanalyse im Automobil, Service und Health/Wellbeing-Sektor. Wir analysieren nicht, was jemand sagt, sondern wie jemand etwas sagt und können damit emotionale Aspekte sowie sonstige Einflussfaktoren für den Zustand einer Person – oder auch einer Maschine – erkennen. Das wiederum ermöglicht es, dass Produkte wie Smart Assistants, Automobile, Medien oder anderes sich an den Zustand des Nutzers optimal anpassen oder ihn entsprechend beeinflussen kann.

Eigentlich entstand die Ursprungsidee zu audEERING schon in den 80er Jahren, als das erste Mal Knight Rider über die Bildschirme flimmerte. Wir alle wollten so ein tolles Auto haben, das erkennt, wie wir uns fühlen und auf uns reagiert. Und genau das machen wir jetzt auch!

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